Bastians Geschichte

Am 06.06.2016 veränderte sich Bastians Leben schlagartig. Eine Urlaubsreise durch Europa endete bei einem Abstecher nach Marokko mit einem schweren Unfall. Am Bahnhof in Casablanca ereignete sich beim Aussteigen aus dem Zug das Unglück. Durch die niedrigen Sicherheitsstandards in Marokko schließen die Türen des Zuges nie ganz, selbst nicht, wenn der Zug anfährt – und so fiel Bastian zwischen Bahnsteig und Zug. Sein Freund, ein ehemaliger Soldat, reagierte sofort, band ihm das Bein ab und rettete so sein Leben. Schwerverletzt wurde er trotz des Fastenmonats Ramadan in ein Krankenhaus gebracht und operiert. Dennoch verlor Bastian an diesem Tag seinen rechten Unterschenkel.

Nach dem Rücktransport nach Deutschland und der Zeit der körperlichen Genesung, begann für Bastian mit gerade einmal 24 Jahren sein neues Leben. Er kämpfte um die alte Lebensqualität, wollte seinen Alltag wieder selbständig bewältigen und suchte nach einer Möglichkeit, sich einen sportlichen Ausgleich zu schaffen.

Vor dem Unfall spielte American Football eine zentrale Rolle in Bastians Leben. Da dieser Sport mit der Behinderung nicht mehr möglich war, suchte er nach Alternativen und kam per Zufall mit der Para-Sportabteilung des TSV Bayer 04 Leverkusen in Kontakt. Nach einem sportintensiven Testwochenende hat er gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Behindertensportabteilung Jörg Frischmann entschieden im Parasport aktiv zu werden und die Herausforderung an den Paralympischen Spielen 2020 in Tokyo teilzunehmen angenommen.

„Sport war schon immer ein zentraler Teil meines Lebens. Bereits in meiner aktiven Zeit als Footballspieler habe ich 5x pro Woche trainiert. Direkt nach dem Unfall war mir klar, dass es ohne Sport nicht geht. Ich bin für die Chance die mir nun geboten wird sehr dankbar und gebe alles um 2020 ein Teil der Deutschen Paralympischen Nationalmannschaft zu sein!“, so Bastian.

Neben den mindestens sieben Trainingseinheiten in der Woche studiert er an der Universität Wuppertal Sustainability Management.

Jörg Frischmann ist sich sicher das großes Potential in Bastian steckt: „Mich persönlich haben schon die ersten Trainingseinheiten im Sprint und Weitsprung begeistert. Seine Fortschritte im Training sind klar zu erkennen. Als Geschäftsführer und Paralympics-Sieger kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Bastian -  wenn er weiterhin so hart trainiert - 2020 in Tokyo dabei sein wird.“

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